Textweberei
Ausgabe 2026Texte, Content und SEO – Handwerk für gute Sprache
StartBlogContent
Content

Wie man Text durchstreicht: Anleitung für Word, Google Docs & Co.

Wie man Text durchstreicht: Anleitung für Word, Google Docs & Co.

Du sitzt vor dem leeren Blatt oder dem blinkenden Cursor. Du möchtest etwas Wichtiges mitteilen, aber die Worte wollen nicht richtig raus. Vielleicht hast du schon viel geschrieben, aber es fühlt sich falsch an. Es fehlt der letzte Schliff, der Ausdruck, der wirklich deine Gedanken trifft. Oftmals entsteht dieser Knoten, weil wir uns beim Schreiben selbst im Weg stehen. Genau darum geht es beim „durchgestrichen schreiben“: diesen inneren Korrektor zu überlisten und eine ehrlichere Version deiner selbst aufs Papier zu bringen.

Was bedeutet durchgestrichen schreiben wirklich?

Vermutlich denkst du jetzt an das physische Durchstreichen, wie es Schüler früher in Klassenarbeiten gemacht haben. Aber beim kreativen oder professionellen Schreiben hat „durchgestrichen schreiben“ eine tiefere Bedeutung. Es geht darum, die erste, oft unperfekte Idee festzuhalten, ohne sie sofort zu bewerten. Stell dir vor, du redest mit einem guten Freund. Du zögerst nicht lange, du korrigierst dich vielleicht, aber du sagst, was du denkst. Genau diesen ungefilterten Fluss suchen wir beim durchgestrichen schreiben.

Es ist die Erlaubnis, schlecht anzufangen. Viele Menschen halten inne, weil sie Angst haben, etwas Falsches zu sagen. Sie wollen sofort den perfekten Satz formulieren. Das Ergebnis? Blockade. Durchgestrichen schreiben heißt, den inneren Kritiker für eine Weile in die Ecke zu schicken. Du schreibst die Gedanken auf, so wie sie kommen – fehlerhaft, unstrukturiert, vielleicht sogar widersprüchlich. Das ist deine Rohfassung, dein Fundament.

Die Angst vor der Perfektion als Schreibbremse

Kennst du das? Du formulierst einen Satz, liest ihn, denkst: „Nein, das klingt hölzern.“ Du löschst alles und beginnst von vorne. Diese Schleife kostet unglaublich viel Energie und Zeit. Du beschäftigst dich mehr mit dem perfekten Wort als mit dem Inhalt deiner Botschaft. Diese Perfektionsfalle hindert dich daran, überhaupt voranzukommen. Wenn du lernst, durchgestrichen zu schreiben, überbrückst du diese kritische Phase.

Diese Methode hilft besonders, wenn du dir unsicher bist, wie du komplexe Sachverhalte einfach erklären sollst. Du wirfst erst einmal alles in den Topf. Später kümmerst du dich um die klare Struktur und die saubere Grammatik. Aber zuerst brauchst du Masse, Material, Ideen. Der Prozess des Durchstreichens hilft, das Denken vom Schreiben zu trennen.

Praktische Techniken, um das Schreiben freizuschaufeln

Es gibt verschiedene Wege, wie du diese ungefilterte Schreibweise üben kannst. Der Schlüssel liegt darin, die Pause zwischen Produktion und Kritik zu maximieren. Hier sind ein paar Techniken, die du sofort ausprobieren kannst, um dein Schreibfluss zu verbessern und das Gefühl des „feststeckens“ zu umgehen.

1. Der zehn-Minuten-Sturm

Setze dir einen Timer auf zehn Minuten. Wähle ein Thema – es kann dein Blogartikel sein oder auch nur eine vage Idee, die dir gerade im Kopf herumschwirrt. Das einzige Ziel ist: Du darfst nicht aufhören zu schreiben, solange der Timer läuft. Wenn dir nichts einfällt, schreibst du: „Ich weiß nicht, was ich schreiben soll, aber ich muss weiterschreiben.“ Das ist auch gültiger Text.

Diese Übung trainiert deinen Schreibmuskel. Du trainierst, die Zensur auszuschalten. Du wirst sehen, oft kommen die besten Ideen genau dann, wenn du denkst, es geht nicht mehr weiter. Am Ende hast du zehn Minuten reines Material, das du später sortieren kannst. Das ist der erste Schritt zum effektiven durchgestrichen schreiben.

VIDEO: How to strike through text in google docs?

Essentielle Links

Erweitere dein Verständnis von Wie man Text durchstreicht: Anleitung für Word, Google Docs & Co. mit diesen sorgfältig ausgewählten Lesestücken.

The Meaning of Particle / Prefix Constructions in German

Die Loop-Komponenten in Microsoft 365 richtig nutzen: Einführung

2. Freewriting mit Unterbrechung

Freewriting ist eng verwandt. Hierbei schreibst du ohne Punkt und Komma über einen längeren Zeitraum – vielleicht 20 Minuten. Aber hier kommt der Kniff für das Durchstreichen: Wenn dir auffällt, dass du einen Satz unnötig kompliziert machst, streichst du ihn gedanklich durch und schreibst dahinter sofort eine einfachere Version. Oder du setzt einfach einen Strich und schreibst weiter, ohne den alten Satz zu korrigieren. Du markierst die Stelle, die später Überarbeitung braucht.

So hältst du den Fluss, markierst aber gleichzeitig deine Problemzonen. Diese Markierung ist dein „Durchgestrichen“-Symbol. Es zeigt dir, wo du später noch einmal genau hinschauen musst, ohne jetzt den Prozess zu stoppen. Viele nutzen dafür Klammern oder ein simples Sternchen (*).

3. Die Zwei-Phasen-Regel

Wenn du an größeren Texten arbeitest, zum Beispiel an einem wichtigen geschäftlichen Dokument oder einem längeren Artikel, hilft die konsequente Trennung von Schreiben und Redigieren. Das ist die Königsdisziplin des durchgestrichen Schreibens.

• Phase 1: Rohfassung erstellen (Der Fluss): In dieser Phase schreibst du nur. Du korrigierst keine Tippfehler. Du suchst keine perfekten Synonyme. Du denkst nur daran, deine Argumente aufzuschreiben. Wenn du merkst, dass ein Absatz überhaupt nicht passt, streichst du ihn komplett durch und setzt an neuer Stelle an. Du weißt: Das Gestrichene kommt nicht weg, es wird nur verschoben oder später gelöscht.

• Phase 2: Überarbeitung (Die Klarheit): Erst wenn der Timer für Phase 1 klingelt oder du das Gefühl hast, der gesamte Inhalt ist auf dem Papier, wechselst du in den Modus des Korrektors. Jetzt liest du deinen Text. Du betrachtest die durchgestrichenen Stellen und fragst dich: Was wollte ich hier wirklich sagen? Jetzt verbesserst du Stil, Grammatik und Struktur.

Diese Trennung nimmt dem Schreiben viel Druck. Du musst nicht gleichzeitig kreativ und perfektionistisch sein. Du erledigst die Aufgaben nacheinander.

Typische Fallen beim Umgang mit gestrichenen Textteilen

Wenn du mit dem Durchstreichen beginnst, wirst du schnell merken, dass es verlockend ist, sofort alles zu perfektionieren. Das ist der Moment, in dem dein alter innerer Kritiker zurückkommt und versucht, dich zu kontrollieren.

Die Versuchung der sofortigen Feinpolitur

Du schreibst einen Satz, streichst ihn durch und fängst an, fünf verschiedene Alternativen zu formulieren. Halt! Das ist kein durchgestrichen schreiben mehr, das ist zeitaufwendiges Millimeterpapier-Arbeiten. Wenn du einen Teil streichst, notiere kurz, warum (z.B. „zu kompliziert“, „falsche Zielgruppe“) und schreibe dann den nächsten Gedanken auf. Die Lösung für den gestrichenen Teil kommt später.

Was mache ich mit dem Gestrichenen?

Manche Texte brauchen das Durchstreichen nur als temporäre Markierung, damit du im Fluss bleibst. Andere Male ist es ein echtes „Das gehört hier nicht hin.“ Du musst lernen, zwischen diesen beiden Dingen zu unterscheiden, wenn du deinen Entwurf überarbeitest.

• Temporäre Streichung (Markierung): Der Inhalt ist gut, aber die Formulierung ist schlecht. Hier ersetzt du den gestrichenen Teil komplett durch etwas Besseres.

• Endgültige Streichung (Löschen): Der Inhalt ist nicht relevant oder lenkt vom Hauptthema ab. Diese Teile kannst du löschen oder in einen separaten „Ideen-Speicher“ verschieben für zukünftige Projekte.

Sei nicht zu streng mit dir selbst, wenn du deinen ersten Entwurf nach dieser Methode ansiehst. Ein Text, der viel durchgestrichen ist, zeigt oft, dass du intensiv nach dem richtigen Ausdruck gesucht hast. Das ist ein Zeichen von Engagement, nicht von Schwäche.

Wie hilft das beim Textverständnis und der Klarheit?

Wenn du übst, durchgestrichen zu schreiben, verbesserst du nicht nur deinen Schreibfluss, sondern auch dein Verständnis für deine eigenen Gedanken. Du zwingst dich, deine Kernbotschaft zu finden, indem du alles Unnötige wegschneidest. Das ist besonders wertvoll, wenn du komplizierte Anleitungen schreibst oder versuchst, Fachwissen Laien zugänglich zu machen.

Jedes Mal, wenn du etwas streichst, fragst du dich: Braucht der Leser das wirklich? Ist dieser Satz notwendig, um das Ziel zu erreichen? Diese ständige Selbstprüfung führt zu klareren Formulierungen. Dein Ziel ist es, dass am Ende die wenigen, klaren Sätze übrig bleiben, die vorher unter dem Rauschen der ersten Ideen verborgen waren. Das Resultat ist ein Text, der direkter, ehrlicher und letztendlich überzeugender ist, weil er nicht versucht, mehr zu sein, als er ist.

häufig gestellte fragen

wie werde ich meine schreibblockade los?

Eine Schreibblockade entsteht oft durch Angst vor dem Urteil. Beginne, indem du dir erlaubst, absichtlich schlechte Sätze zu schreiben. Nutze eine Stoppuhr und schreibe zehn Minuten lang ohne Unterbrechung, ohne Korrektur. Zwinge dich, weiterzumachen, auch wenn es Unsinn ist.

soll ich beim ersten entwurf alles streichen?

Nein, beim ersten Entwurf solltest du möglichst wenig streichen, um im Fluss zu bleiben. Markiere Stellen, die dir unklar sind, mit einem Sternchen oder einer Klammer. Erst in der Überarbeitungsphase gehst du diese Markierungen systematisch durch und ersetzt oder löschst sie.

ist durchgestrichen schreiben nur für kreative texte?

Überhaupt nicht. Diese Methode hilft jedem, der Klarheit gewinnen muss. Ob du eine E-Mail an deinen Chef schreibst, eine technische Anleitung erstellst oder eine Rede vorbereitest – der ungefilterte erste Schritt beschleunigt den Prozess und liefert oft ehrlichere Ergebnisse.